Teatro Primo Studio - Film Beyond

Das Theater - als erste Studie unterschiedlicher Formen des Geschichtenerzählens und Mitteilens - war und wird immer ein wesentliches Element der Kunst, des Austausches und des Lebens sein.
Christine Reinhold gründete das Teatro Primo Studio im Jahr 2004. Nachdem sie über acht Jahre in der Theater- und Kinowelt tätig war, fing sie damit an, Dokumentarfilme unter der Rubrik ‚Film Beyond‘ zu produzieren. Bis heute verwirklichte das Teatro Primo Studio – Film Beyond zwei theatralische Produktionen. Eine davon ist das Stück „Old Times“ von Harold Pinter sowie die Dokumentation „Fukushima A Nuclear Story", welches seine Premiere bei dem Thessaloniki Documentary Festival im Jahr 2015 hatte und im Fernsehen in drei verschiedenen Kontinenten ausgestrahlt wurde. „Fukushima A Nuclear Story" hat auch den Preis „Best Documentary Feature" beim Uranium International Film Festival im Jahr 2016 und den Preis für „Best Documentary“ in der Rubrik Lange Reportage beim Dig Award, internationale Preise für journalistische Recherche, gewonnen.

Filme

Fukushima: a Nuclear Story

Eine vierjährige Reise in der doppelten Tragödie, die Japan im März 2011 getroffen hat, folgend Pio d'Emilia dem italienischen Journalisten von Sky, der seit mehr als dreißig Jahren in Japan lebt. Regisseur Matteo Gagliardi. Drehbuchautor: Christine Reinhold, Matteo Gagliardi, Pio d’Emilia. Eine Produktion von Teatro Primo Studio - Film Beyond.  Am Tag des Erdbebens ist Pio in Tokyo und entscheidet zu reisen, und entscheidet sich, sofort aufzubrechen, um das Gebiet zu erreichen, das von dem Tsunami betroffen ist: er wird der erste ausländische Journalist sein, der das macht. „Fukushima: A Nuclear Story" bietet einen vollständigen ursprünglichen Blickwinkel auf die Tragödie, die in der italienischen Version durch die Stimme des Schauspielers Massimo Dapporto und in der englischen Version durch die Stimme von Willem Dafoe erzählt wird.
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Christine Reinhold und Matteo Gagliardi bringen es fertig, verschiedene Elemente in dem Dokumentarfilm zu vereinen, der das Ergebnis von drei Jahren Recherche und harter Arbeit ist. Die Geschichte eines Journalisten, Pio d’Emilia, der sich weigerte, seine Arbeit aufzugeben, selbst als die nukleare Gefahr am größten war; die Zweifel und Ängste eines Mannes in den Tagen nach der dreifachen Tragödie; die Suche nach der Wahrheit, was wirklich innerhalb der Fukushima Daiichi Anlage passierte: das alles taucht in der Dokumentation auf. Der frühere Ministerpräsident Naoto Kan verrät in einem bislang unveröffentlichten Interview, wie Tokio und wahrscheinlich ganz Japan eine noch größere Tragödie durch reines Glück verhinderte.
Der Direktor beschreibt die tragischen Ereignisse mithilfe Manga-Zeichnungen, um sie für unsere Sichtweise verständlicher zu machen.
„Fukushima: a nuclear story” ist nicht (nur) ein Film über Fukushima, sondern Fukushima ist eher seine Ursache, das auslösende Ereignis der Geschichte, die erzählt wird. Das Thema, das den Kern des Films bildet, ist, ob es richtig ist, Energie zu erzeugen und falls dem so ist, zu welchen Kosten und Risiken. Und ob - durch die Auswertung der möglichen Errichtung eines Kernraftwerks - das Risiko wichtiger als die wirtschaftlichen Gewinne jener erachtet werden soll, die diese Anlagen bauen und verwalten. 
Es ist auch die unglaubliche  Geschichte eines Ventils, welches zufällig defekt war, kaputt ging und so Japan von einer noch katastrophaleren Tragödie rettete.
Wie sicher sind Kernkraftwerke wirklich? Was und wie viel wissen wir über diese Anlagen? Gibt es ausreichende und vor allem zugängliche Informationen über deren Wartung, geplante Laufzeiten und Sicherheitschecks? Die internationale Presse, und damit die ganze Welt, hat zwei Jahre warten müssen, bevor Fukushima Daichii betretbar war. Erst dann konnte festgestellt werden, was dort tatsächlich passiert ist.
Diese Möglichkeit war im Fall von Chernobyl für sehr lange Zeit überhaupt nicht gegeben. Das japanische Volk hat sich zum ersten Mal in seiner Geschichte auf den Straßen versammelt, um die ganz Wahrheit zu erfahren und sein Recht auf Wissen einzufordern.
Dieser Wissensstand ermöglicht es ihm nun, sich für sein Land und dessen Sicherheit zu entscheiden.

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Fukushame: The Lost Japan

11. März 2011: Japan wird von einem der gewaltigsten Erdbeben, das je registriert wurde, getroffen, gefolgt von einem Tsunami, der die Küstenebene kilometerweit zerstört. Die an die Küste anlandenden Wellen zerstören das Atomkraftwerk von Fukushima Daiichi erheblich, was eine Freisetzung von radioaktiven Teilchen verursachte, die sich über ganz Japan flächenweise ausbreitet. Eine Sperrzone, die „No-Go-Zone“, von 20 km im Durchmesser, wurde umgehend evakuiert und zu einem Gebiet „Off-Limits“ für jedermann erklärt. Sieben Monate nach dem Unglück schaffte es Alessandro Tesei, ein italienischer Fotoreporter, die verbotene Zone zu betreten, und sich bis auf einen Kilometer dem Atomkraftwerk, mit Hilfe einer Gruppe von Tierschützern (Animal Forrest), zu nähern. Fukushame sammelt die Bilder dieser Reise, zahlreiche Interviews und spezielle Beiträge von wissenschaftlicher Bedeutung und hinterfragt die Nützlichkeit der zivilen Atomkraft.

Theater

Old Times

Der Nobelpreisträger Harold Pinter, Meister der Stille und Worte, komponiert ein starkes und mehrdeutiges Werk, bei dem Worte zu Waffen werden, die dazu bestimmt sind, im Kampf zwischen den drei Akteuren eingesetzt zu werden. Die Geschichte spielt im Jahr 1970. An einem Abend in England wurden Kate und Deeley, ein Ehepaar, das seit 20 Jahren verheiratet ist, von Anna, einer alten Freundin von Kate, besucht. Während des Abends redeten sie und waren gesellig beisammen in dem Ambiente eines abgelegenen Bauernhauses am See, das nun in ein Landhaus umgebaut wurde.
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Die gemeinsamen Erinnerungen, die Kate und Anna verbinden, intimer Nächte, die sie zusammen im glänzenden London der 50er Jahre verbrachten, tauchen auf und schleichen sich zwischen sie. Deeley erfährt den Charme der beiden Frauen, wird davon verführt und versucht, seinen Platz zwischen ihnen zu finden, während Anna versucht, das Spiel zu verändern, um die Aufmerksamkeit von Kate zu erlangen und sie mit ihrer Vorstellung der Vergangenheit verankert zu halten. Erinnerungen und ihr verzerrter Gebrauch ziehen den dünnen Faden, der die Geschichte der drei Akteure vereint, zu fest.
Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt und belügt wen? Was ist wirklich vorgefallen?
“Es gibt einige Dinge, an die man sich erinnert, selbst wenn sie nie passiert sind. Es gibt Dinge, an die ich mich erinnere, die nie passiert sind, doch wenn ich die Erinnerung daran erwecke, dann finden sie statt.”

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Farfalle nello stomaco

Schmetterlinge im Bauch zeigt die Geschichte des Sichverliebens. Eine Liebe, die jeder von uns gelebt hat, gerade erlebt oder hofft zu finden, auf eine so starke und einnehmende Art, dass es wie ein Film erscheint.
Ein Chor von zehn jungen Schauspielern enthüllt die Gedenken und die Gefühle der zwei Protagonisten, in dem die Zuschauer in eine alle Sinne umfassende Performance mit einbezogen werden. Kleine Gesten und delikate Überraschungen verstärken die Teilnahme. Musik und Lichter erzeugen die Orte dieser Geschichte. Die Geschichte soll auch zu der Geschichte derjenigen werde, die sie sich anschauen.


CHRISTINE REINHOLD
Produktion und KÜnstlerische leitung

Christine Reinhold studierte Architektur an der Universität Politecnico di Milano. Neben dem Studium besuchte sie abends Theaterkurse. Als Examensarbeit wählte sie, verbunden mit Ihrer Leidenschaft für das Kino der städtebaulichen Bildung: „La Storia di Roma in 100 anni di cinema“ (Die Geschichte Roms mittels 100 Jahre Kino). Ein museales Projekt, welches mit den modernsten Mitteln der Vorstellung und Beratung, die Geschichte der Hauptstadt, mit den in ihren Straßen gedrehten Filmen, mit einer Auswahl und Zusammensetzung von Szenen eines Jahrhunderts der Cinematographie, präsentiert. In diesen Jahren verbringt sie vier Monate in Japan, Indien und Indonesien, auf der Suche nach verschiedenen Philosophien, die den Occident vom Orient trennen. Nach der Philosophie und der Natur, die das Fundament des orientalischen Theaters und der japanischen Poesie bildet.

Seit 2002 Mitglied des Actors' Center, Sie setzt ihre Theaterausbildung in New York, mit einer zweijährigen Tätigkeit in Theater- und Kinoaufführungen am Lee Strasberg Institut fort, die mit Seminaren an der Russian School of Acting von Albert Filozov ergänzt wurde. Nach Italien zurückgekehrt, arbeitet sie als Lehrerin und Schauspielerin an der Seite der amerikanischen Künstler Michael Margotta und Robert Castle, eröffnet das „Werkstatt-Labor“ Teatro Primo Studio, wo sie seit sechs Jahren lehrt und die Forschung der Kommunikation und des theatralischen und cinematographischen Ausdrucks voran treibt. Zwischenzeitlich setzte sie die Studien der Schauspielkunst und der russischen Methode mit Nikolay Karpov fort, in dem sie die Studien der Biomechanik des Theaters und der Textanalyse vervollständigte. Mit Robert McKee in Paris vertiefte sie die Entwicklung des Drehbuchs. In 2012 entscheidet sie sich, die Produktion von Dokumentarfilme für die neue Abteilung „Film Beyond“ des „Teatro Primo Studio“ aufzunehmen. Die Dokumentation erlaubt es, wie im Theater, den Zuschauer, mit Hilfe des Gebrauchs verschiedener Künste, an die Realität heranzuführen.